Homeland und The Valley zu Gast in Bonn

Mit einer Einzelausstellung zelebriert die Bonner Kunsthalle  „Larry Sultan“, den melancholischen Voyeur des Amerikanischen Vorortes.

Larry Sultan Sharon Wild, 2001

Larry Sultan (1946–2009) ist in Deutschland bislang nur Kennern bekannt, zählt aber im amerikanischen Kunstdiskurs zu den zentralen Positionen der post-konzeptuellen Fotografie. Nachdem Sultan bereits 1977 zusammen mit Mike Mandel durch die medienkritische Serie Evidence einen wichtigen Beitrag zur neueren Geschichte der Fotografie geliefert hatte, sorgte er zu Beginn des 21. Jahrhunderts erneut durch den Blick hinter die Kulissen der Pornoindustrie in der Reihe The Valley für großes Aufsehen.

Die vom Kunstmuseum Bonn ausgerichtete Schau ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in einem deutschen Museum. Sie steht in einer Reihe von Präsentationen des Museums zur neueren amerikanischen Fotografie wie u.a. von Mitch Epstein oder Lewis Baltz. In einem umfassenden, retrospektiven Blick wird das von Sultan gemeinsam mit Mike Mandel erarbeitete Frühwerk in mehreren Serien entfaltet.

Darüber hinaus werden auch exemplarische Fotografien aus den drei farbigen Bildreihen seines Spätwerks, Pictures from Home, The Valley und Homeland zu sehen sein. Erstmals wird auch ein Beispiel aus der Reihe Billboards gezeigt, deren Motive ursprünglich in den 1970er- Jahren für den öffentlichen Raum entstanden sind. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen Beiträgen.

Larry Sultan

05.02.2015 – 17.05.2015

Eröffnung am 4. Februar 2015, 20 Uhr

Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile

 

Larry Sultan, Dad on Bed, aus der Serie Pictures from Home, 1984
Larry Sultan, Iselton, aus der Serie Homeland, 2009
Larry Sultan / Mike Mandel Untitled, aus Evidence, 1977
Larry Sultan / Mike Mandel Ooh La La!, 1982
Larry Sultan / Mike Mandel Untitled, aus How to read Music in one Evening, 1975

Quelle: Pressetext

Von: ANNELI BOTZ

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