Mr. Warhol,
wie halten Sie es
mit der Liebe?

Suppendosen, Colaflaschen, Waschmittel: In seiner Kunst verwertete Andy Warhol alles, was im in den Weg kam. Doch was hielt er vom klassischsten aller Künstler-Themen – der Liebe?

Andy Warhol – Stamped Lips, 1959 paperblanks.com

Als Romantiker ist Andy Warhol wahrlich nicht bekannt. In seinem Buch The Philosophy of Andy Warhol empfahl er nicht nur Schulunterricht zum Thema Liebe, sondern machte ziemlich deutlich, dass er Amouröses gnadenlos überschätzt findet. „Sex„, konstatiert er, „is more exciting on the screen and between the pages than between the sheets anyway.“ Über sein eigenes Liebesleben hielt sich Warhol, der einmal sein Tonbandgerät als seine Ehefrau bezeichnete, demonstrativ bedeckt. Statt sich im wirklichen Leben zu verlieben, findet der Künstler, solle man doch besser von der Liebe träumen. „Fantasy love is much better than reality love. Never doing it is very exciting. The most exciting attractions are between two opposites that never meet.

Immerhin: Als künstlerisches Motiv lässt Warhol Liebesdinge durchgehen. In seiner Kunst finden sich immer wieder entsprechende Motive: küssende Lippen, Zeichnungen mit Herzchen und Turteltauben, Amor und verliebte Engel. Bloß eine Reminiszenz an Warhols Vorliebe für Kitsch und Alltagsikonographie (Stichwort: Valentinstagkarte) oder doch Zeichen einer romantischen Seite des Zynikers? Vielleicht mochte es Warhol auch einfach, seinem Publikum Rätsel aufzugeben. Zum Beispiel mit Aphorismen wie diesem: „Love is a pink cake“. Irgendwie – lovely!

14.02.2016 | Kategorien Kunst, Künstler | Tags , , ,