BODY HOLES
Der Körper als Ausstellungsfläche

Das Projekt Body Holes präsentiert Kunst in sämtlichen Körperöffnungen. Was steckt dahinter?

© Blunt Skensved

„If the body were a museum. There would be seven galleries“… heißt es auf der Website von New Scenario über das viel diskutierte Projekt Body Holes. Für eine virtuelle Ausstellung wurden Kunstwerke nicht wie gewohnt auf Sockeln oder vor kahlen Wänden positioniert, sondern in Mündern, Nasen oder Ohren. Im Prinzip kommt jede natürliche Körperöffnung in Frage.

Hinter dem Projekt, das Werke von rund 40 aufstrebenden Künstlern vereint, stecken Paul Barsch und Tilman Hornig. Über ein Jahr lang hat das Duo die Auftragsarbeit Body Holes anlässlich der neunten Berlin Biennale vorbereitet und kuratiert. Sie arbeiteten dafür unter anderem mit Künstlern wie Yves Scherer oder Rachel De Joode zusammen, die ihre Kunstwerke eigens für die Plattform New Scenario in Miniaturgröße anfertigten und anschließend in verschiedenen Körperöffnungen positionierten. Nur was soll das Ganze?

 

© Sean Raspet

Das Ausstellungskonzept löst sich von traditionellen Präsentationsformen wie dem White Cube-Prinzip und wagt etwas ganz Neues auszuprobieren. Auch wenn den ungewöhnlichen Verbindungen von Kunstwerk und Körperteilen eine Schock-Ästhetik innewohnt, tragen sie dazu bei, neuartige Kontextualisierungen zu schaffen. Indem die anonymen Körper zur Ausstellungsfläche erhoben werden, werden sie in gewisser Weise neutralisiert und von sexuellen Wahrnehmungen oder politischen Konnotationen befreit, so die Hoffnung von Barsch und Hornig. Ganz bewusst wurde bei der Wahl der Körper auf Vielfältigkeit gesetzt.

Das ungewöhnliche Ausstellungsprojekt von Barsch und Hornig findet ausschließlich online statt – eine wohl überlegte Entscheidung, da es als Happening nur schwer umzusetzen gewesen wäre.

Von: Insa Grüning

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