Warhol und die
New Yorker
Underground-Szene

Als Andy Warhol Velvet Underground groß rausbrachte und in seiner Factory Hof hielt: Eine Ausstellung zeigt, wie New Yorks Musikszene den Pop-Art-Künstler beeinflusste.

Steve Schapiro, Andy Warhol et le Velvet Underground, Los Angeles, Californie, 1966, © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / ADAGP, Paris 2015

Als Andy Warhol im Jahr 1965 auf die Rockband The Velvet Underground traf, war er in New York schon eine Institution. In Warhols Factory tummelten sich Künstler und Stars, und Warhol selbst war als Maler, Collageur und Pop-Visionär auf dem Höhepunkt seines Ruhms angelangt. Kurzerhand machte der Superstar-Macher Velvet Underground zu seinem Projekt: Er setzte Lou Reed & Co. die junge Nico (die eigentlich Christa Päffgen hieß und aus Köln stammte) als  Sängerin vor und ernannte sich selbst zum Produzenten der Band. Deren Debütalbum verpasste er die berühmte Banane, verhalf ihr mit seiner Popularität zum Durchbruch – und sich selbst zu seinem größten musikalischen Erfolg.

Wie Warhol von der New Yorker Undergroundszene beeinflusst wurde, untersucht nun eine Ausstellung im Centre Pompidou Metz. Warhol Underground zeigt, wie der Pop-Art-Pate sich von Musik, Tanz und Kino inspirieren ließ und seinerseits das Musikalische und Performative in seinen Arbeiten suchte. „I never wanted to be a painter; I wanted to be a tap dancer“, sagte Warhol, der vor allem für seine Bilder bekannt wurde. „I don’t paint anymore, I gave it up about a year ago and just do movies now. Painting was just a phase I went through.“

Die Ausstellung zeigt mehr als 150 Fotografien von Nat Finkelstein, Billy Name, Steve Schapiro oder Stephen Shore, sowie Filme, einige bekannte Warhol-Arbeiten (Ten Lizes, Brillo Soap Pads Box, Campbell’s Soup Cans, White Disaster oder Big Electric Chair) und von Warhol designte Plattencover. Der Ausstellungsort wird mit Aluminumverkleidung selbst zur Silver Factory (Warhols Kreativschmiede glich einem riesigen Spiegelsaal aus Alufolie), in der die Performance-Show Exploding Plastic Inevitable wieder zum Leben erweckt wird: unter anderem mit dem Tanzstück Rainforest, das 1968 zwischen Silberwolken in der Factory performt wurde, und nun erneut aufgeführt wird.

Warhol Underground

Centre Pompidou Metz

Bis zum 23. November 2015