Niels Frevert über sein Leben mit Büchern

Foto: Erik Weiss

Super Typ, aber rockt der auch? – Natürlich nicht, wir reden hier deutsch pop: Niels Frevert, Jahrgang, 1967, ist lieber der mit den guten Texten und der angenehmen Hamburger Stimme. Sein bester Song „Ich möchte mich gern von mir trennen“ von dem Wahnsinns-Album „Du kannst mich an der Ecke rauslassen“ aus dem Jahre 2008 ist allerdings von Hildegard Knef. Gerade hat der Singer-Songwriter ein neues Album rausgebracht, „Paradies der gefälschten Dinge“ (Grönland Records), im November geht’s auf Tour. Natürlich ist man gespannt, was so jemand liest. Hier exklusiv die Antworten!

INTERVIEW: Ist Ihr Leben eher ein Roman oder ein Sachbuch?

NIELS FREVERT: Am ehesten eine Kurzgeschichte. Aber das ist eine lange Geschichte – erzähle ich ein andermal, in Ruhe.

 

INTERVIEW: Welche Bücher befinden sich gerade auf Ihrem Nachttisch?

FREVERT: Wolfgang Herrndorfs „Sand“ – schon gelesen. Fjodor Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“, Brian Boyds „Vladimir Nabokov – Die russischen Jahre 1899-1940“.

 

INTERVIEW: Wie riechen Bücher?

FREVERT: Papier und Druckerschwärze, die Neuen neu und die Alten alt.

 

INTERVIEW: Welches Buch hat Sie zuletzt mit auf eine Reise genommen? Und wohin bloß?

FREVERT: „Jede Freundschaft mit mir ist verderblich“ Briefwechsel zwischen Joseph Roth und Stefan Zweig, Europa 1927-1938.

 

INTERVIEW: Welches Buch haben Sie zuletzt tatsächlich zu Ende gelesen?

FREVERT: David Foster Wallace „Unendlicher Spaß“. Allerdings habe ich irgendwann die Fußnoten ausgelassen, um den Faden nicht vollends zu verlieren. Will das aber noch nachholen.

 

INTERVIEW: Welches Buch ist schon mal gegen die Wand geflogen?

FREVERT: Kommt nicht in Frage. Aber Bret Easton Ellis „Imperial Bedrooms“ war nach Warten und Vorfreude eine Enttäuschung auf ganzer Linie.

 

INTERVIEW: Ja oder Nein: Lachen Sie beim Lesen?

FREVERT: Ja!

 

INTERVIEW: Wo lesen Sie am liebsten?

FREVERT: Im Park.

 

INTERVIEW: Essen oder Trinken zur Lektüre?

FREVERT: Weder noch.

 

INTERVIEW: Wissen Sie noch eine gute Sexstelle aus einem Roman?

FREVERT: Aus Harold Brodkeys „Unschuld“, der Erzählung. Die Stelle geht dann auch über 20 Seiten.

 

INTERVIEW: Gibt es einen Klassiker, der Sie völlig kalt gelassen hat?

FREVERT: Thomas Manns „Zauberberg“.

 

INTERVIEW: Lieblingsname aus einem Roman?

FREVERT: Sofja Semjonowna Marmeladowa.

 

INTERVIEW: Ein Lieblingsbuch mit 17 und wann zum letzten Mal gelesen?

FREVERT: Wolf Wondratscheks „Chuck´s Zimmer“ … – seitdem nicht mehr, aber gute Idee.

 

INTERVIEW: Welcher Autor soll Ihre Biographie schreiben?

FREVERT: Braucht es nicht.

 

INTERVIEW: Gibt es ein gutes Lesen im schlechten Leben?

FREVERT: Ist das ne Luxusfrage?

 

Mehr Informationen gibt es hier: www.nielsfrevert.net

 

 

  • ANDREAS MERKEL