Wolfgang Tillmans
spielt beim Atonal

Zwischen Stahlträgern und Beton versammelt sich in Berlin die Avantgarde der elektronischen Musik. Wir verlosen Karten für das Atonal Festival!

© Vittorio Zunino Celotto/Getty Images

Wolfgang Tillmans hat bekanntermaßen ein gutes Verhältnis zu Techno. Berühmt wurde der Fotograf in den Neunzigern mit Bildern von Ravern und Clubgängern, im Berghain hängen seit eh und je die berühmten Tillmans-Hinteransichten. Seit einiger Zeit aber macht der Turner-Prize-Gewinner selbst Musik, sein Track Device Control schaffte es gar auf das letzte Album von Frank Ocean. Im Frühjahr drehte Tillmans dann das Musikvideo zu Powells Song Freezer.

Eine Verbindung, die fortgesetzt wird: Als audiovisuelles Team treten Tillmans und Powell Mitte August beim Atonal Festival in Berlin auf. Die beiden haben zusammen Musik geschrieben, die sie dort zum ersten Mal live spielen. Die dazu passenden Videos – orientiert man sich an Freezer, dürfen Kampfhunde, Schlagstöcke und Grünpflanzen erwartet werden – machen sich bestimmt ganz wunderbar an den Wänden des ehemaligen Heizkraftwerks in Berlin-Mitte.

Aufgezogen wurde das Atonal 1982 von Tresor-Gründer Dimitri Hegemann, damals noch im Kreuzberger SO36, es spielten Bands wie die Einstürzenden Neubauten oder Malaria. Nach dem Mauerfall stellte man das Projekt 1990 ein, um es schließlich, mehr als zwei Jahrzehnte später, an anderer Stelle wiederzubeleben, diesmal unter der Leitung von Harry Glass, Laurens von Oswald und Paulo Reachi.

Das Kraftwerk Berlin, ein Beton-Koloss mit endlos hohen Decken, Stahlträgern und labyrinthischen Gängen, bietet die optimale Umgebung für die (meist dunkel gekleidete) Musik-Avantgarde und ihre (meist ebenso dunkel gekleideten) Besucher. In den vergangenen Jahren traten hier Musikpioniere wie Cabaret Voltaire auf. Das Atonal ein Ort für musikalische Experimente zwischen Industrial, Techno, Noise, Ambient, gelegentlich dürfen es auch mal Orchesterklänge sein.

© Camille Blake

So auch diesmal. Wo experimentelle Musik ist, ist Karlheinz Stockhausen nicht weit (zumindest im Geiste). Das Atonal bildet Stockhausens sogenannte Oktophonie nach, eine Komposition aus elektronischer Musik, die über ein Gebilde aus acht genauestens arrangierten Lautsprechern tönt und den Besucher in einen dreidimensionalen Musikraum stellt. Schön. Moritz von Oswald, Bismarck-Nachfahre und Musik-Visionär, der einst den Techno aus Detroit nach Berlin brachte, legt im Tresor auf, der sich praktischerweise auch gleich am Kraftwerk befindet. Pyur, die Ambient-Musik wieder cool macht (nachzulesen hier), ist ebenso dabei wie Richard Fearless von Death in Vegas und Pessimist vom Label Blackest Ever Black.

Neben Powell/Tillmans wird es dieses Jahre weitere interessante Kooperationen geben. Regis, Gründer des einflussreichen britischen Label Downwards, hat sich mit Robert Hampson zusammengetan, der einst die Band Loop anführte. In Kombination sind die beiden offenbar so schwer einschätzbar, dass selbst das Atonal das Ergebnis „unvorhersehbar“ nennt. Der schwedische Techno-Produzent Varg hat eine ganze Crew dabei, denn er kuratiert das Unterprogramm Nordic Flora (mit der Künstlerin Chloe Wise, AnnaMelina, SKY H1, Oli XL, Swan Meat, Matti Bye und Ecco2k). Für das Projekt Behind the Glass machen Shackleton, Anika, Strawalde und Pedro Maia gemeinsame Sache. Das gesamte Line-up gibt es hier.

 

Atonal Berlin
16. – 20. August
Kraftwerk Berlin

 

Wir verlosen 2×2 Tickets für das Atonal! Einfach bis zum 9. August (14 Uhr) folgendes Formular ausfüllen.

Dieses Gewinnspiel läuft zur Zeit nicht

Event / Weitere Artikel