Adieu, schwarzer Balken!

Eine frohe Botschaft für Smartphone-Nutzer: das ewige Stoppen, Rotieren und Starten bei Youtube-Videos hat ein Ende. Denn immer mehr Künstler und Regisseure setzen auf Musikvideos im Hochformat. Ist Vertikal bald das neue Horizontal?

"Nicht notwendig, aber nett" nannte USA Today das Hochformat-Video zu Taylor Swift's "Delicate".

Vertikale Videos waren lange Zeit verhasst und galten gar als Krankheit. „Vertical Video Syndrome“ wurde das Phänomen in einem viralen Clip der Puppenspieler von Glove and Boots genannt. Darin wiederholten sie die einfache Botschaft: „Wir sind nicht dafür gemacht, uns vertikale Videos anzuschauen“. Das war vor fünf Jahren, als Musikliebhaber noch MTV im Fernsehen schauten. Da gab es den schwarzen Balken höchstens als Cinemascope-Effekt, oben und unten im Bild.  Dann kam Youtube, die Generation Smartphone und die Balken wurden dicker, viel dicker, links und rechts vom nunmehr schmalen Bild. Denn jeder Nutzer konnte nun mit seinem Smartphone Videos aufnehmen und auf Youtube hochladen. Alle kennen es: beim Filmen wird das Handy in die Horizontale gedreht – ganz automatisch. Angenehm für die Filmer, aber problematisch für den Monitor. In Zeiten von Live-Streaming-Apps wie Periscope oder Instant-Messaging-App Snapchat, die voll auf das Hochformat setzen, ändern sich die Sehgewohnheiten. Und sogar die Weltstars der Musik wie Ariana Grande, Taylor Swift oder Nicki Minaj zeigen sich mittlerweile hochkant. Neben ihren offiziellen Musikvideos stellen sie zunehmend auch vertikale Versionen bereit.