Cannes 2017:
70. Jubiläum an der Côte

Heute Abend beginnen an der legendären Côte d’Azur zum 70. Mal die Filmfestspiele. Die Jury, die Nominierten und wieso die goldene Palme in diesem Jahr viel wertvoller ist.

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Die Wettbewerbsfilme

Den Auftakt der Festspiele macht am Abend – natürlich – ein französischer Beitrag. Das Liebesdrama „Les Fantômes d’Ismaël“ ist in den Hauptrollen mit Marion Cotillard und Charlotte Gainsbourg besetzt und läuft außer Konkurrenz. Insgesamt 19 Filme gehen um die begehrte Goldene Palme ins Rennen, darunter auch Fatih Akins Werk Aus dem Nichts. Der Hamburger Regisseur ist bereits zum zweiten Mal an der Croisette und könnte nach Wim Wenders Ehrung 1984 (Paris, Texas) erstmals wieder die Palme nach Deutschland holen. Mit ihm konkurriert unter anderem der Österreicher Michael Haneke, der als erster Filmemacher überhaupt seine dritte Trophäe in Cannes holen könnte. Novum in diesem Jahr: Unter den Wettbewerbsfilmen befinden sich zwei Produktionen aus dem Hause Netflix, Okja und The Meyerowitz Stories. Außerdem präsentiert Leinwand-Veteranin Vanessa Redgrave im stolzen Alter von 80 Jahren ihr Regiedebüt, die Dokumentation Sea Sorrow, und David Lynch nutzt die konzentrierte Aufmerksamkeit auf den Event für die Premiere der Fortsetzung von Twin Peaks.

Aus dem Nichts, Fatih Akin (Deutschland)

Happy End, Michael Haneke (Österreich)

The Beguiled, Sofia Coppola (USA)

Wonderstruck, Todd Haynes (USA)

Le Redoutable, Michel Hazanavicius (Frankreich)

The Day After, Hong Sang-soo (Südkorea)

Good Time, Ben & Josh Safdie (USA)

Okja, Bong Joon-Ho (Südkorea/USA)

120 Battements Par Minute, Robin Campillo (Frankreich)

The Meyerowitz Stories, Noah Baumbach (USA)

The Killing of a Sacred Deer, Giorgos Lanthimos (Griechenland)

A Gentle Creature, Sergei Loznitsa (Ukraine)

Jupiter’s Moon, Kornél Mundruczó (Ungarn)

L’Amant Double, François Ozon (Frankreich)

Hikari, Naomi Kawase (Japan)

The Square, Ruben Östlund (Schweden)

You Were Never Really Here, Lynne Ramsay (Großbritannien)

Nelyubov (Loveless), Andrej Swjaginzew (Russland)

Rodin, Jacques Doillon (Frankreich)

Die Jury

Im vergangenen Jahr wurde Regisseurin Maren Ades Film Toni Erdmann noch an der Côte umjubelt, nun sitzt sie selbst in der Jury des Wettbewerbs. Unter der Leitung von Jury-Präsident Pedro Almodóvar (Volver) entscheidet Ade gemeinsam mit Hollywood-Star Will Smith, dessen Kollegin Jessica Chastain, dem italienischen Regisseur Paolo Sorrentino und vier weiteren Mitgliedern über die Werke ihrer Kollegen. Die Vergabe der Goldenen Palme bildet den Abschluss der Filmfestspiele am 28. Mai.

Bling Bling

Die Goldene Palme ist wohl in diesem Jahr noch begehrter als ohnehin schon, denn für das 70. Jubiläum der Filmfestspiele wurde eine Sonderausführung der Auszeichnung angefertigt. Statt wie üblich „nur“ aus 118 Gramm reinem Gold hergestellt, ist die Palme in diesem Jahr zusätzlich mit 167 Diamanten verziert.