Wenn Deutsche Duftstars feiern, weint dann der Himmel Tränen aus Parfum?

Die 25. Verleihung des Duftstar Awards im Berliner Kraftwerk wurde so lustig wie in jedem Jahr.

Gestern war es wieder soweit: Die Fragrance Foundation lud zum nunmehr 25. Mal zur Verleihung des „Duftstars“ – einer Art Oscar-Gala der Parfümindustrie. Das Highlight des Abends kam allerdings nicht in einen Flakon abgefüllt auf die Bühne, sondern in eine in metallischem Grün schillernde Robe gehüllt: Barbara Schöneberger, die in ihrem Amphorenhaften Kleid allerdings doch ein wenig aussah, als könnte sie etwas versprühen. Konnte sie freilich auch, nämlich ihren herzhaften Esprit. Schlagfertig führte die Chefredakteurin des nach ihr benannten Magazins „Barbara“durch den Abend und diskutierte beispielsweise mit Verona Pooth. Frau Pooth erinnerte sich dabei an ihr erstes Duftkonzept, das aber nicht nach ihr selbst benannt war, sondern „Mäuseschreck“ heißen sollte. Das war in den Neunzigerjahren, als im Zuge der second wave des deutschen Celebrity-Fiebers jeder Star einen Duft herausbringen sollte – erinnern Sie sich zum Beispiel noch an „Gabriela Sabatini“?

Leider kam es aber nie zur Marktreife des „Mäuseschrecks“. Wonach es wohl gerochen hätte? Nach einer Art Gegenkäse vermutlich.

Die Stimmung schäumte dann auf den Siedepunkt, als der Berliner Koch Markus Semmler sich beschwerte, dass Frau Schöneberger schon 50 Minuten überzogen hätte, und er nun langsam Probleme bekäme, sein Essen on point zu halten. Till Brönner sah das als willkommenen Anlass über seine volle Blase zu sprechen: „Ich werde hier gleich zum fleischgewordenen Zerstäuber wenn das noch länger dauert!“

Kühlen Kopf behielt einzig Barbara Schöneberger, die Brönner, dem frischgekürten „Gentleman des Jahres“ der Zeitschrift GQ yogatechnisch riet, seinen Harn zu verhalten: „Atme es einfach raus Till!“

Für den musikalischen Tusch sorgte das Duo „Frida Gold“, die zwischen all dem Lachen und der Heiterkeit diesem Abend auch ruhige und nachdenkliche Glanzlichter aufsetzen konnten. Emotional wurde es wie in jedem Jahr durch den Auftritt des Pafumeurs Thierry Wasser, der für Guerlain den Publikumspreis in der Kategorie Damen für seine Schöpfung „Mon Guerlain“ erhielt. Der vielfach Ausgezeichnete nutzte seine Dankesrede für eine elegante Würdigung der feministischen Komponente: „Guerlain begleitet den Kampf aller Frauen, weil Duft die Frauen stark macht. Wir haben die Frauen immer schon dabei unterstützt, über sich hinaus zu wachsen.“ Denn was Männer schwach macht, stärkt die Trägerin (eines Parfums).

Den Personality Award erhielt Mathilde Laurent, die seit 2005 für das Maison Cartier Düfte kreiert. Die kleine Französin bedankte sich unter Tränen bei ihrem Team und erwähnte in aller Bescheidenheit, sie habe in diesem Jahr wohl einfach Glück gehabt. Aber auch abseits des eigens für die Veranstaltung angelegten Duft-Laufstegs – das Publikum saß sich gegenüber, keine Chance für müde Gähner – tummelten sich Stars und Influencer. Modeblogger Riccardo Simonetti erschien im Glitzeranzug mit Blumen im Haar, die schlanke Jenny Elvers stolzierte durch die Massen und Alexander Mazza führte seine atemberaubend schöne Frau Viola vor.

Dank der Unterstützung von „Elizabeth Arden“ wurde auch bis in die frühen Morgenstunden hinein unbeschwert das Tanzbein geschwungen. Das Label hatte Ballettschläppchen verteilen lassen, die am Ende des Abends alle High-Heel-müden Füße zierten und verwöhnen halfen.

Oh man, die Duftstars sind halt jedes Jahr wieder eine Riesengaudi – beinahe so, als wäre ein Zirkus in der Stadt. Nur, dass es eben deutlich besser riecht.

 

Barbara Schöneberger im Gespräch mit dem Chefkoch der Gala, Markus Semmler
Barbara Schöneberger lässt abstimmen: Der Publikumspreis geht an das Haus Guerlain

von Susanne Krammer

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