Klik & Stek:
Kindermöbel von
Rafael Horzon

Er strebt nichts geringeres als die Weltherrschaft auf dem Möbelmarkt an: Ein Interview mit dem umtriebigen Geschäftsgründer Rafael Horzon.

Rafael Horzon

Stillstand ist ein Fremdwort für Rafael Horzon: bereits seit 1997 beglückt er Deutschland und die restliche Welt mit mannigfaltigen Unternehmensgründungen. Ausgangspunkt ist die Berliner Torstraße, wo sich seit 1999 seine Basis „Moebel Horzon“ befindet. Sein Ur-Regalmodell „Modern“ wurde in die permanente Sammlung des Vita Design Museums aufgenommen und seine Design-Agentur Redesigndeutschland war bereits auf zahlreichen Ausstellungen des Faches im In- und Ausland vertreten. Ganz nebenbei schreibt er noch Bücher, gründet Partnertrennungsagenturen und auch ein Fachgeschäft für Apfelkuchenhandel findet Platz in diesem Unternehmenskonglomerat. Wir sind mehr als froh, dass der laut dem DEAR-Magazin „wohl wichtigste lebende Designer“ Zeit fand, unsere Fragen zu beantworten:

INTERVIEW: Herr Horzon, Sie forcieren nun mit ihrer neuen Möbel-Serie „klik & stek“ quasi eine „Weltherrschaft“ im Möbel-Markt?

Rafael Horzon: Ich arbeite ja mit meiner Linie Moebel Horzon schon seit 1999 daran, IKEA vom Markt zu verdrängen. Zumindest in Berlin-Mitte hat IKEA seitdem keinen Fuss fassen können. Aber wir wollen natürlich mehr. Daher habe ich mit „klik & stek“ nun ein Produkt entwickelt, das sich flach zusammenlegen und weltweit verschicken lässt. Und der Kunde kann es dann auspacken und ohne Werkzeug in wenigen Augenblicken aufbauen – das kann wirklich jedes Kind!

INTERVIEW: Wenn man mit „klik & stek“ die Möbel so leicht zusammenstecken kann, worüber sollen sich dann die Eltern beim Möbelaufbau noch streiten?

Rafael Horzon: Das ist es ja gerade: Es wird keinen Streit mehr geben,weil die Eltern die Möbel gar nicht mehr aufbauen müssen! Das machen die Kinder ganz alleine! Ich habe ja meinen Sohn für unsere Foto-Kampagne einen klik & stek Tisch und einen Hocker aufbauen lassen, seitdem fragt er mich jeden Tag: Papa, wann darf ich endlich wieder klik & stek aufbauen, das macht sooo viel Spass!

INTERVIEW: Mit der Werkzeugfreien Montage steigern Sie also die Harmonie Erlebnisse von Familien?

Rafael Horzon: Ja, genau, und natürlich gibt es klik & stek ja auch in Erwachsenen-Grösse! Und wenn die Eltern dann ganz neidisch zusehen mussten, wie ihre Kinder ganz alleine ihre schönen klik & stek Möbel aufbauen und benutzen, dann werden sie natürlich auch für sich selbst klik & stek Möbel bestellen. Und dann hat am Ende jeder in der Familie seinen eigenen Tisch und seinen eigenen Hocker, jeder in seiner Lieblingsfarbe, und es gibt nie wieder Streit. Nicht nur deshalb ist klik & stek das perfekte Weihnachtsgeschenk!

INTERVIEW: Wie unterscheiden sich die „klik & stek“ Möbel für Kinder von den Möbeln für Erwachsene?

Rafael Horzon: Die unterscheiden sich im Prinzip überhaupt gar nicht, nur in der Grösse. Die Erwachsenenmöbel wollten wir zuerst nur in weiss anbieten, aber dann merkten wir, dass es natürlich auch wahnsinnig gut aussehen würde, wenn man ein ganzes Grossraumbüro mit knallgelben oder orangenen Tischen und Hockern ausstattet. Deshalb bieten wir sie jetzt auch in allen Farben an!

INTERVIEW: Im Moment sind ja gerade in den kreativen Bereichen noch die Eiermann-Tische allgegenwärtig…

Rafael Horzon: Ja, ich habe natürlich auch grössten Respekt vor Egon Eiermann, ich habe selber zwei seiner Klappstühle zuhause, die ich gerne benutze. Aber die Zeit der Eiermann-Tische ist mit der Einführung unserer klik & stek Tische natürlich abgelaufen. Unsere Tische sind stabiler, schöner, praktischer und billiger. Und so leid es mir tut, aber die Eiermann-Ära ist damit beendet…

INTERVIEW: Sind ihre „klik & stek“ Möbel Kunst?

Rafael Horzon: Wir haben natürlich einen hohen gestalterischen Anspruch, und die meisten meiner Entwürfe sind ja vor kurzem vom Vitra-Design Museum für seine permanente Sammlung angekauft worden. Das Architektur- und Designmagazin DEAR hat mich in der letzten Ausgabe sogar zum „wohl wichtigsten lebenden Designer“ erhoben. Aber Kunst interessiert mich ja bekanntlich nicht so sehr. Ich finde es interessanter, die Menschen mit guten Produkten glücklich zu machen!

INTERVIEW: Beschreiben Sie bitte ihr schlimmstes „Möbelkauf-Erlebnis“?

Rafael Horzon: Das war 1999. Ich hatte ja Literaturwissenschaften studiert und daher eine riesige Masse an Büchern. Ich brauchte also Regale, aber alles, was ich fand, war entweder hässlich oder viel zu teuer. Deshalb ging ich in den Baumarkt, kaufte mir ein paar MDF-Platten und einen Akkuschrauber und baute meine eigenen Regale. Die sahen dann meine Freunde, und alle wollten unbedingt auch diese Regale haben. Ein paar Wochen später habe ich dann Moebel Horzon eröffnet. Mein schlimmstes Möbelkauf-Erlebnis hat also gar nicht so richtig stattgefunden, war aber am Ende das wichtigste Erlebnis meines Lebens!

INTERVIEW: Sie sind ein Meister der Unternehmungsgründungen. 2003 haben Sie eine Partnertrennungsagentur gegründet: „Separitas“. Gibt es die noch, oder haben Sie sich wieder von ihr getrennt?

Rafael Horzon: Separitas gibt es noch, Sie können auf separitas.de jederzeit einen Auftrag erteilen! Aber ich kann Sie beruhigen: Alle Anfragen, die wir bisher bekommen haben, kamen von Frauenzeitschriften, die die Idee interessant fanden oder von einsamen Frauen, die mit mir in Kontakt treten wollten. Eine gute Nachricht für die Liebe.

INTERVIEW: Was erfinden Sie als nächstes?

Rafael Horzon: Das kann ich noch nicht verraten, aber wie meine grossen Vorbilder Richard Branson und Elon Musk werde ich mich dem Weltraum zuwenden. Ich werde aber nicht abheben. Ich werde auf dem Boden bleiben.





Am Sonntag,  den 10. Dezember um 15 Uhr eröffnet Rafael Horzon mit einem kinderfreundlichen Winterfest den ersten klik & stek Flagshipstore in der Torstrasse 94 in 10119 Berlin.