BUNS & BOWLS
Ein Interview über Burger & Co. mit PACIFICO Besitzer Quirin Schwanck

Buns & Bowls im Pacifico | Foto: Instagram @mareiha

#bunsandbowls #kimcheezy #bowlicious #superbowls #califorean – diese Hashtags fluten gerade Instagram. Berlin hat einen neuen kulinarischen Hotspot für Zwischendurch: das Pacifico! Wir haben mit Macher Quirin Schwanck über neue Burger-Trends, perfekte Burger-Buns und pazifische Einflüsse gesprochen.

INTERVIEW: Benötigt Berlin noch mehr Burger?

SCHWANCK: Ob Berlin wirklich noch mehr Burgerläden benötigt weiß ich nicht. Sicher ist aber, dass die Stadt noch ein paar richtig gute Burger vertragen kann und ich hoffe, wir können mit dem Pacifico dazu beitragen.

INTERVIEW: Wieso haben Sie sich für den Namen Pacifico entschieden?

SCHWANCK: Pacifico klingt einfach gut, außerdem verbindet der Pazifik unser Team in mehrerlei Hinsicht: Oliver Rother, mit dem wir im vergangenen Jahr das Parker Bowles gegründet haben, hat in Berlin bereits die eine oder andere kulinarische Abenteuerreise unternommen. Er hat koreanische Wurzeln – was sich spätestens bei seiner Vorliebe für die koreanische Küche bemerkbar macht. Der zweite im Bunde ist Bruno Bruni: Schauspieler und Weltenbummler, der mehrere Jahre in Seoul und in L.A. gelebt und sich neben der Schauspielerei insbesondere dem Essen und der Küche der Länder gewidmet hat. Das ging soweit, dass er in L.A. Pop-up-Dinner veranstaltet hat. Ich selbst habe auch einige Jahre in Los Angeles und Guanajuato (Mexico) gelebt. Da habe ich die amerikanische Küche von Mexico bis Peru, aber eben auch Roy Choi’s koreanische Fusion Kitchen kennengelernt. Und der Pazifik verbindet die Westküste Amerikas und Asien geographisch und kulinarisch, so wie uns. Und deshalb kam uns der Name Pacifico einfach passend vor. Ich liebe diesen Namen, weil er leicht spanisch angehaucht ist und so auch ein kleines Hintertürchen offen lässt, was in der Küche so alles über die Jahre noch passieren könnte.

INTERVIEW: Erklären Sie uns die Speisekarte.

SCHWANCK: Es gibt Buns & Bowls, also Burger und Reis-/Suppenschalen, im weitesten Sinn. Wir nennen es kalifornisch-koreanische Esskultur, im Herzen authentisch, aber offen für kulinarische Vielfalt – ohne den Begriff Fusion auch nur in den Mund nehmen zu wollen. Unsere Burger sollen schmecken, wie man sich einen Burger vorstellt und wie er auch in L.A. in Läden wie In-N-Out Burger oder Shake Shack begeistert, natürlich aber im Pacifico-Style mit koreanischen Einflüssen umgesetzt.

Spannend finde ich auch unsere Idee von einem Bao Bun (Hefeteigklos) in Form eines Tacos, also quasi ein Baco! Wir testen da gerade noch viel und schauen, was der Gast davon hält. Bei den Bowls haben wir das koreanische Grundrezept für Bibimbap erweitert und neu interpretiert und bieten noch spezielle Toppings an. Hier ist uns wichtig, dass die Bowls authentisch nach Korea schmecken, dass aber auch neue Elemente wie Poke und hawaiianische Ceviche (mariniertes Sashimi) in die Bowl kommen.

INTERVIEW: Sie haben selbst eine Zeit in L.A. und Mexico gelebt. Was haben Sie von Ihren Reisen mitgenommen?

SCHWANCK: Mexico ist eine eigene Welt, das Essen dort ist unglaublich gut und die Menschen unfassbar toll. Los Angeles ist eine unglaubliche Stadt, gleichermaßen inspirierend wie anstrengend. Hinter all dem Glanz und Gloria gibt es aber auch eine echte Community und man ist dort dem ständigem Wettkampf und Konkurrenz ausgesetzt, im positiven Sinne. Das hat mir viel im Leben beigebracht.

INTERVIEW: Welche Trends gibt es derzeit bei Burgern?

SCHWANCK: Im Grunde genommen sehe ich da drei Richtungen: „Weniger ist mehr“ – Reduktion auf die wichtigsten Zutaten und zurück zum Ursprung. „Fusion“ – alles geht, in welcher Kombination auch immer. Und natürlich der „Gourmetburger“, bei dem Kobe Beef auf Trüffelkäse trifft. Ich persönlich stehe auf Ersteres.

INTERVIEW: Was macht eine gute Bowl aus?

SCHWANCK: Frische Zutaten, Komposition und Zubereitung. Für mich sollte sie gerne noch ein spannendes Element enthalten, aber irgendwo authentisch bleiben – also eigentlich genau so, wie ich unsere Bowls beschreiben würde.

INTERVIEW: Welches Produkt der Karte ist Ihr Liebstes und wieso?

SCHWANCK: Das mache ich von der Uhrzeit abhängig: Das Pacifico ist von mittags bis abends geöffnet. Zur Mittagszeit stehe ich voll auf die Bowls. Abends, in Kombination mit unserem Craft Beer, ist es der O.C.-Burger. Und unsere Bulgogi Kimchifries, die gehen einfach immer, auch mal als Snack zwischendurch.

INTERVIEW: Wie schwer ist es wirklich, den perfekten Burger-Bun zu finden?

SCHWANCK: Schwer! Die Entwicklung hat lange gedauert, aber jetzt haben wir doch einen ziemlich guten Bun. Es ist eine perfekte, luftige Brioche, mit Eigelb bestrichen, angegrillt und dann unter der speziellen Pacifico-Glosche „fluffy“ glasiert. Und bloß keine Sesamkörner!

INTERVIEW: Sie sind ebenfalls Inhaber des Parker Bowles und Mitgründer des Prince Charles – wieso war es Zeit für einen weiteren Laden?

SCHWANCK: Geplant war das so nicht. Das Kreativkonzept „Aufbauhaus“ macht Spaß und das Konzept Pacifico passte in die Nische zwischen Prince Charles und Parker Bowles. Unser Vermieter traut uns mittlerweile auch mehr zu, als nur die Hallodris vom Moritzplatz zu sein. Und als dann der Eckladen frei wurde, haben wir zugeschlagen!

INTERVIEW: Erklären Sie das Pacifico in 5 Worten!

SCHWANCK: Na dann: #pacificoberlin #bunsandbowls #kimcheezy #bowlicious #superbowls #califorean ! Ich glaube, das waren jetzt sechs.

INTERVIEW: Sie waren mit einem Pacifico-Truck bereits bei der letzten „Burgers & Hip Hop“- Veranstaltung, die Sie mitbegründet haben, dabei. Wie wichtig sind Street Food Events dieser Art für den Erfolg eines Produktes?

SCHWANCK: Wenn man lange an einem Produkt tüftelt und es immer weiterentwickelt, muss man sich irgendwann trauen, damit nach draußen zu gehen und zu sehen, wie die Leute darauf reagieren. Man kann sich selbst testen, wie alles „live“ funktioniert, was man sich lange überlegt hat. Und gerade bei einer „Burgers & Hip Hop“ Veranstaltung stellt sich auch die Frage, ob man gegen die Konkurrenz ankommt. Zum Ausprobieren ist so etwas super und man kann dann noch mal in sich gehen und aus Fehlern lernen. Man weiß, an welcher Stelle man noch was ändern und sich verbessern kann.

INTERVIEW: Und was verspricht die Zukunft?

SCHWANCK: Tatsächlich arbeiten wir, das Bechstein Network, bei dem ja alle unsere Unternehmungen zusammenlaufen, gerade an einer weiteren Location am Moritzplatz. Dieses Mal geht es aber um eine Location auf dem Dach des Aufbauhauses. Was genau dort passieren wird, das kann man noch nicht genau sagen. Aber gutes Essen und die schöne Aussicht spielen sicherlich eine große Rolle.

Das Interior im Pacifico

Alle Informationen zum Pacifico finden Sie online, neueste Updates via Instagram

 

Interviews / Weitere Artikel