Stillleben
BRD

Abhandlungen über Mamortischplatten und Messing-Rauchglas: In „Stillleben BRD“ ergeben die Detailaufnahmen von Christian Werner und Texte von profilierten Autoren ein großes, beeindruckendes Stimmungsbild.

Kerber Verlag

Der Fotograf Christian Werner ist fasziniert von der Geschichte der alten BRD, „diesem Land, das es nicht mehr gibt und uns alle so geprägt hat“. Er untersucht sie in seinen Projekten in immer neuen Ansätzen, seine Herangehensweise ist nicht bürokratisch, sondern vielmehr poetisch. Dabei arrangiert er nichts, sondern fotografiert die Dinge, wie er sie vorfindet.

Das schokoladenbraune Furnierholz der Möbel erinnert an die Zeiten vor IKEA, Blumenmotive in poppigen Farben überziehen großzügig Wandtapeten, Kacheln, Vorhänge und Steppdecken. Unübersehbar sind die in den 1970ern beliebten Stickbilder, die Kissen und Wandschmuck zieren. Blumen, Landschaften, eine Ansicht von Rothenburg o. d. Tauber, sogar Dürers „Betende Hände“ dienen als Motiv. Der Hobbykeller ist natürlich mit einem Ping-Pong-Tisch, einer Bar und einer Fototapete ausgestattet.

Gepaart werden die Stillleben mit Miniatur-Texten von Autoren wie Paulina Czienskowski, Cornelius Reiber und Nina Franz. Mal lyrisch, mal im Stile eines Haiku, ergänzen die Stücke Werners Serie und sorgen für Kurzweil.

Die Ausstellung „Stillleben BRD — Inventur des Hauses von Herrn und Frau B“ läuft noch bis 3. April 2016 im Kunstpalais Erlangen. Sehen Sie eine Auswahl der Fotos HIER: