Larry Fink, Fotograf der Außenseiter und Hollywoodstars

Als junger Mann fotografierte Larry Fink die Beatniks und zeigte Rebellion, Romantik, Jazz. Später verewigte er die Reichen und Schönen Hollywoods beim Feiern.

C. B. Vance, A. L. Talley, A. Bassett, K. L. Simmons, C. Gooding Jr., R. Simmons. LA, 2002 © Larry Fink

Es ist Larry Finks Spezialität, Welten zu verbinden, die verschiedener nicht sein könnten. Für seine Arbeit Social Graces hängte er 1978 die Fotografien reicher New Yorker in schicken Nachtclubs neben Aufnahmen von Menschen aus dem ländlichen Pennsylvania, die zum Highschool-Abschlussball gehen.

Vielleicht wurde ihm die Vorliebe für Gegensätze schon als Kind eingepflanzt, denn Finks Eltern waren zwar Marxisten, hatten aber trotzdem ihre Freude an Luxusdingen. „Meine Mutter war Nerzist – sie liebte es, Nerze zu tragen. Ihr gefielen elegante Dinge. Mein Vater und sie pflegten zu Jazzmusik feiern zu gehen“, erinnerte sich Fink einst im New York Magazine. Auch auf frühkindliche Bildung wurde im Haushalt Wert gelegt, weswegen Fink, geboren 1941, schon als Zwölfjähriger mit dem Fotografieren begann. Damals nahm er sich die Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Henri Cartier-Bresson als Vorbild.

Fink wuchs in Brooklyn auf. Passend zur familiären Vorliebe für die Jazzmusik wurde er als 17-jähriger zum Beatnik und zog mit seinen Freunden in eine Kellerwohnung direkt neben dem Village Gate Jazz-Club, in dem Musiker wie John Coltrane und Art Blakey ein- und ausgingen. Mit seiner Mittelformat-Kamera dokumentierte Fink das Leben seiner Beat-Freunde, das teils politische Jugendbewegung, teils hedonistische Irrfahrt war. Mal ging es zu Demonstrationen und Studentenversammlungen, mal per Anhalter von New York nach Mexiko.

Turk LeClair, MacDougal Street, New York City, 1958 © Larry Fink

Vielleicht war es Finks Fähigkeit, selbst Teil jener Menschengruppe zu werden, die er beobachtete, die ihn Jahre später zum Dokumentar der Schönen und Reichen Hollywoods machte. Für die Vanity Fair, zog Fink – da war er schon ein renommierter Fotograf und hatte Einzelausstellungen im MoMA und im Whitney Museum gehabt – über Oscar-Partys und Filmpremieren und knipste die Schickeria von Los Angeles in ihrem natürlichen Habitat. „Ich zog mich gut an, um reinzupassen, und sagte, dass ich für ein ‚Archiv der Heiterkeit‘ fotografiere.“ Das gefiel den Stars. „Ich trank einen Cocktail, oder zwei, und versuchte, etwas anderes vor die Linse zu bekommen als die übrigen Fotografen.“ Zum Beispiel den Vogue-Redakteur André Leon Talley, der einen recht skeptischen Blick auf seine Partykollegen wirft, oder Naomi Watts, die Lucy Liu freundlich auf den Po klapst.

Beide Fotoserien – The Beats und The Vanities – sind nun erstmals in einer Ausstellung nebeneinander zu sehen. Armani/Silos, das Mailänder Museum von Giorgio Armani, zeigt Finks Fotografieren ab sofort und bis Ende Juli.

Die Ausstellung The Beats and The Vanities. Larry Fink ist vom 29. März bis 30. Juli in den Armani/Silos in Mailand zu sehen